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Für die Menschen - für die Region

Bürgerstiftung Mittelhessen ermöglicht Schulklassen den Besuch der Bundeshauptstadt

Schüler aus Flüchtlingsklassen in Berlin

Die Bundeshauptstadt gemeinsam erleben – diesen Wunsch hatten die Schülerinnen und Schüler des Projekts DaZuLERNEN schon vor geraumer Zeit. Im Rahmen dieses Projekts lernen jugendliche Geflüchtete und Schülerinnen und Schüler einer Klasse der kaufmännischen Berufsfachschule von- und miteinander. Die Bürgerstiftung Mittelhessen hat dies möglich gemacht und die Kosten für eine Berlinfahrt vom 17. bis 21. März für 30 Schülerinnen und Schülern übernommen. 

Die Schülergruppe wurde begleitet von Christina Lang, Lehrkraft für Deutsch, DaZ und Englisch und verantwortlich für das Projekt DaZuLERNEN und von Nikolai Esch, Lehrkraft an der WSO für die Fächer Wirtschaftslehre, Politikwissenschaft. Weitere ehrenamtliche Begleitpersonen waren Berina Akin und Zulejha Cerimi. Beide Damen sind für ihre Mitarbeit bei dem Projekt DaZuLERNEN im vergangenen bzw. in diesem Jahr mit einem EhrenamtPreis der Bürgerstiftung Mittelhessen ausgezeichnet worden.

Die Jugendlichen beider Klassen haben sich intensiv auf den Aufenthalt in der Hauptstadt vorbereitet. In Berlin stand der Reichstag, das Museums „The Story of Berlin“ und Checkpoint Charlie auf dem Programm sowie die Besichtigung der Gedenkstätte Berliner Mauer und des Holocaust-Mahnmals. Auch das Museum Sience Center Spectre durfte nicht fehlen. 

Eindrücke der Berlinfahrt aus der Sicht von Christina Lang, begleitende Lehrkraft

Es war uns Lehrkräften eine große Freude, mit den Schülerinnen und Schülern der beiden Projektklassen die Berlinreise anzutreten. Die langatmigen Vorbereitungen waren schnell vergessen, denn schon auf der Hinfahrt war die Stimmung super.

Beide Klassen arbeiten nun seit einem guten halben Jahr im Rahmen des Projekts DaZuLERNEN einmal wöchentlich miteinander: In Berlin haben sie sich noch besser kennengelernt, die gemeinsamen Erlebnisse genossen und etwaige Berührungsängste vollends abgebaut. Die Jugendlichen beider Klassen haben sich gegenseitig umeinander gekümmert, hatten sehr viel Freude an den Unternehmungen tagsüber und am Abend im Hostel. Niemand hat sich diese Freude vom schlechten Wetter in der Hauptstadt verderben lassen. Wir haben viel gelernt und viel gelacht!

Die InteA- Schülerinnen und -schüler haben sprachlich deutlich Fortschritte gemacht und die Jugendlichen der Berufsfachschulklasse haben Verantwortung übernommen. Beide Klassen haben großes Interesse an der deutschen Geschichte gezeigt und es war schön, zu sehen, wie einige Schülerinnen und Schüler regelrecht locker wurden und aufblühten. Die gute Stimmung und die Motivation der jungen Leute untereinander - auch die der Lehrkräfte - wirkt bis heute im Unterricht nach. 

Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse außerhalb der Schule sind ein nicht zu unterschätzender Schlüssel zur Integration.Diese Reise hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt! Einfach toll, dass die Bürgerstiftung Mittelhessen uns allen dieses unvergessliche Erlebnis ermöglicht hat. Danke!

Was verbirgt sich hinter DaZuLERNEN?

Der Name des Projekts DaZuLERNEN  bedeutet „Deutsch als Zweitsprache und interkulturelles Lernen“. Ein wesentliches Projektziel ist es, jungen Geflüchteten die deutsche Sprache so schnell wie möglich beizubringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in Deutschland einzugliedern und Freunde zu finden. Die Begegnung auf Augenhöhe mit Gleichaltrigen spielt dabei eine zentrale Rolle und wirkt auf beide Gruppen stark motivierend. Das Projekt ist vor fünf Jahren auf Initiative einiger Schülerinnen und Schülern einer Berufsfachschulklasse entstanden, die in ihren Freistunden freiwillig im Deutschunterricht mithalfen. Sie entwickelten unterschiedlichste Lernmaterialien, Aufgaben und ganz eigene Lehrmethoden, um die jungen Geflüchteten beim Deutschlernen zu unterstützen. Die Geflüchteten bekommen die Gelegenheit, mit Gleichaltrigen über altersspezifische Themen, ihre Sorgen oder ihre Kulturen zu sprechen. Beide Schülergruppen profitieren von der Zusammenarbeit und wachsen aneinander. Bis heute findet das Projekt einmal wöchentlich während einer Doppelstunde statt. 

Im Jahr 2013 gewannen die beiden damaligen Projektklassen den Sonderpreis beim hessischen Schülerwettbewerb „Zuwanderung und Integration – Vielfalt in Hessen“. Im Juni 2015 hat Bundespräsident Joachim Gauck den Projektunterricht besucht.

Im selben Jahr wird das Konzept mit dem Hans-Eberhard-Piepho-Preis prämiert und belegt in der Kategorie "Schulpraktische Arbeiten" den 1. Platz. Im vergangenen Jahr würdigte der Stifterverband das Projekt mit einem Preis im Rahmen des Deutschen Lehrerforums.