Die Bürgerstiftung ist ein tragfähiges Konzept für modernes Bürgerengagement. Vier Gründe, die dafür sprechen:
"Sich um alles vor Ort kümmern, aber nicht um alles auf einmal" ist das langfristige Ziel von Bürgerstiftungen. Sie fördern kulturelle, soziale, bildungspolitische und sonstige gemeinnützige Anliegen. Da Stiftungen "auf ewig" angelegt sind, ist der Tätigkeitsbereich von Bürgerstiftungen bewusst sehr weit gefasst. Dadurch können sie im Laufe ihres Bestehens flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren und sind offen für die Motive und Interessen von späteren Zustiftern.
Bürgerstiftungen engagieren sich nur in einem begrenzten geographischen Gebiet und entsprechen damit dem Wunsch vieler Menschen, sich an ihrem Wohnort oder Firmensitz zu engagieren.
"Gemeinsam mehr erreichen" könnte das Leitmotiv jeder Bürgerstiftung sein. Privatpersonen, Unternehmen und andere Organisationen erreichen durch die gemeinsame Stiftungsgründung ein größeres Stiftungskapital als mit den jeweiligen - oft nur begrenzt zur Verfügung stehenden - eigenen Mitteln. Häufig entfalten Bürgerstiftungen auch schon eine größere Effektivität als viele meist isoliert voneinander arbeitende Vereine, da sich Synergieeffekte aus den verschiedenen Projekten, die unter dem Dach einer Bürgerstiftung zusammengefasst sind, nutzen lassen.
Eine Bürgerstiftung ist daher keine Konkurrenz für bereits bestehendes Engagement in Vereinen und Stiftungen vor Ort, sondern vielmehr eine sinnvolle Bündelung der Kräfte.
"Mitmachen und mitentscheiden" charakterisiert die Funktionsweise von Bürgerstiftungen. Die Option, zu gestalten und zu entscheiden, zählt zu den wesentlichen Motivationsfaktoren für das Engagement in Bürgerstiftungen. Über entsprechende Gremien (Kuratorium, Vorstand) werden die Stifter und späteren Zustifter an der Willensbildung beteiligt. Dies kann die Entscheidung über Förderschwerpunkte ebenso betreffen wie die Festlegung über die konkrete Mittelverwendung. Hier überlässt der Gesetzgeber potentiellen Stiftern einen großen Gestaltungsspielraum. Wer zwar Geld zu einer Bürgerstiftung zustiften, aber allein über die Mittelverwendung entscheiden will, dem bietet sich die Möglichkeit der bereits genannten Unterstiftung.
"Alles aus einer Hand" rund ums Engagement vor Ort bieten Bürgerstiftungen. Dies hat ihre Entwicklung in den USA gezeigt. Sie erfüllen in der Stadt oder Region, in der sie tätig sind, verschiedene Funktionen. Sie bauen langfristig das Stiftungskapital auf, unterstützen und beraten Stifter und Spender mit unterschiedlichen gemeinnützigen Interessen, vergeben Fördermittel an gemeinnützige Organisationen oder führen eigene Projekte durch und bilden durch ihre breite gesellschaftliche Verankerung eine aktive Lobby für das Gemeinwohl.